Schon im Jahr 2000 verfilmte Hollywood die Geschichte des arroganten Werbeschnösels Nick und der smarten Kreativchefin Darcy, die in der Komödie «What Women Want» die männerdominierte Werbebranche aufs Korn nimmt. Allerdings langweilt das seichte Happy End und lässt die durchaus gut herausgearbeiteten Klischees in sich zusammenfallen. Darcy sinkt in seine Arme, und verziehen sind all die niederträchtigen und chauvinistischen Angriffe.
Was Frauen wirklich wollen, erfährt nur, wer die richtigen Fragen stellt. Das sagen zwei britische Bestsellerautorinnen, die über einen Zeitraum von 15 Jahren Frauen fragten, ob sie sich überhaupt, und wenn ja, wie, in der Werbung repräsentiert fühlen. Die Antworten und die daraus resultierenden Fakten zeigen ein klares und schmerzhaft ernüchterndes Bild (Seite 8). Gleiches Thema, andere Perspektive: Zwei Schweizer Frauen aus der Agenturbranche lancieren das Gislerprotokoll und setzen damit
mehr als ein Zeichen. Was genau das Protokoll beinhaltet und welche Agenturen sich schon angeschlossen haben, lesen Sie ab Seite 18. Kommunikation lebt vom Sender und Empfangen. Damit Gesendetes bei den Empfängern auch richtig ankommt, braucht es laut dem Kommunikationsexperten Matthias Zehnder eine gemeinsame Wirklichkeit, in der sich beide bewegen. Zu oft senden Unternehmen also Botschaften an die Zielgruppe, ohne zu verstehen, was sich diese wünscht.
Ein spannendes Interview ab Seite 30. Passt übrigens auch wunderbar zum Thema Frauen in der Werbung … gemeinsame Wirklichkeit und so. Die Gesellschaft ist diverser als die Botschaften, die sie empfängt.
Herzlichst,
Ihre Anna Kohler, Chefredaktorin m&k und Werbewoche
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