Interview – Industrielles Drucken braucht Volumen

Industrielles Drucken braucht Volumen. «Die Druckereibranche wird sich weiter konsolidieren. Viele grafische Betriebe werden den hohen Investitionsbedarf nicht mehr finanzieren können. Folglich wird sich die Landschaft im Printmarkt weiter verändern. Druckereien werden fusionieren oder sich in anderer Form zusammenschliessen. Bekannte Marken werden vom Markt verschwinden und neue Gebilde entstehen», fasst Galledia-CEO Pascal Schwarz seine Einschätzung im Interview mit Klaus-Peter Nicolay vom Magazin «Druckmarkt Schweiz» zusammen.

 

Konsequent industriell

Pascal Schwarz spricht gerne Klartext. Vor allem, wenn es um die Branche geht oder darum, wie Galledia auf die Herausforderungen reagiert: «Heute geht es bei vielen Kunden doch nur noch um den Preis», stellt er fest. «Das ist aber nicht etwa bedauerlich, sondern grundlegend falsch und gefährlich. Denn in meinen Augen kann es für Druckereien nur zwei sinnvolle Alternativen geben: Entweder man sucht – wahrscheinlich verzweifelt – eine lukrative Nische, oder man produziert konsequent industriell.» Galledia hat sich für Letzteres entschieden und damit offensichtlich den richtigen Weg eingeschlagen. Dafür sorgen einerseits ganz klare Strukturen und schlanke Prozesse, die industrielles Drucken erst ermöglichen. «Andererseits verlangt industrielles Drucken aber auch Volumen», stellt Schwarz fest. Deshalb wurden die Standorte der Galledia-Gruppe auf eine Linie gebracht. Selbst wenn es sich zunächst wie ein Widerspruch anhört, liegt darin aber die Logik: «Im Interesse der Kunden muss man möglichst vor Ort bleiben, im eigenen Interesse dagegen zentral produzieren. Wo gedruckt wird, ist den Kunden je länger je mehr egal», sagt Pascal Schwarz. Während also die ‹strategisch wichtigen› Anlaufpunkte in Zürich, Luzern, Flawil, Frauenfeld, Berneck und Chur blieben und auf die Verkaufs- und Vorstufenabteilungen reduziert wurden, baute Galledia das Druckzentrum in Flawil gleichzeitig erheblich aus, um die Druckkapazitäten der Gruppe auf eine einzige Einheit zu konzentrieren.